Wellenbad_Wiedereröffnung mit Bundesbauministerin

„Gut angelegtes Geld“

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Bundesbauministerin Klara Geywitz eröffnet „Wellenbad am Meer“ wieder

Nach der vorausgegangenen Wiedereröffnung für die Öffentlichkeit wurde das kernsanierte „Wellenbad am Meer“ nun im Beisein von reichlich Politprominenz auch offiziell eingeweiht. Neben dem Bundestagsabgeordneten Dennis Rohde sowie den Landtagsabgeordneten Björn Meyer (beide SPD) und Jens Nacke (CDU) war auch Klara Geywitz (SPD), Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, zu Gast bei den Feierlichkeiten, um das Bad wiederzueröffnen.

Bevor die Bundesbauministerin das Wort ergriff, begrüßte Bürgermeister Henning Dierks die geladenen Gäste, zu denen auch die leitenden Personen der ausführenden Firmen, der Gemeinderat, der ehemalige Bürgermeister Arno Schilling, Mitarbeiter der Gemeinde und nicht zuletzt die Kinderbürgermeisterinnen Milla Noack und Nayla Deeken gehörten. Der Gemeinderat habe sich bereits 2015 für die Sanierung des am 2. April 1977 eingeweihten Wellenbades entschlossen. Angesichts der kalkulierten Kosten in Höhe von etwa sechs Millionen Euro kam diese jedoch nur in Betracht, wenn Fördermittel eingeworben werden könnten“, skizzierte der Bürgermeister den steinigen Weg von der Planung über die Sanierungsmaßnahmen bis hin zur Wiedereröffnung nach. Erst 2021 sei eine Förderung von 2,6 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ bewilligt worden. Darüber hinaus habe sich die Kurbetriebsgesellschaft als Betreiber mit 550.000 Euro beteiligt.

„Die Gemeinde habe sich sicherlich mehr Geschwindigkeit bei der Umsetzung gewünscht, aber die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges – insbesondere die extremen Preissteigerungen und Lieferschwierigkeiten von Bauteilen – haben zu zeitlichen Verzögerungen und einer deutlichen Verteuerung geführt“, fuhr Henning Dierks fort. Einige Gewerke hätten bis zu vier Mal ausgeschrieben werden müssen, weil keine Angebote eingegangen seien. Und wenn ein Angebot einging, habe es preislich weit über der Kalkulation gelegen. Zudem sei die Bauphase mit der Corona-Pandemie und der Gaskrise in eine Zeit gefallen, in der öffentliche Bäder entweder gar nicht oder nur sehr eingeschränkt hätten öffnen dürfen.

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit und insgesamt vier Jahren der Schließung wolle man nun aber nicht mehr zurück-, sondern vorausblicken, so der Bürgermeister weiter. Da das Bad jetzt kernsaniert sei, könne man stolz auf das Erreichte sein. Dabei seien die größten Veränderungen gar nicht zu sehen, weil sich die komplett erneuerte Schwimmbadtechnik im Keller befinde. Durch einen um 40 Prozent verringerten Energieverbrauch senke die Gemeinde nicht nur die Kosten, sondern leiste auch einen ganz wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Aber auch das Erscheinungsbild des Bades habe sich geändert: Durch den Austausch der Fliesen, der Beleuchtung, der Fenster und der Decke sei eine angenehme Wohlfühlatmosphäre und hohe Aufenthaltsqualität geschaffen worden, ohne den Charme der 1970er-Jahre zu verlieren.

„Weil das Bad auch bei Kindern und Familien immer schon äußerst beliebt gewesen ist, haben wir außerdem einen Bereich des Beckens abgetrennt und mit neuen Spielelementen für Kleinkinder versehen“, erklärte Henning Dierks. Auch das Thema Barrierefreiheit habe eine wichtige Rolle gespielt und sei beispielsweise mit einem taktilen Leitsystem für Menschen mit Sehbehinderung oder schwellenfreien Böden berücksichtigt worden.

Beendet seien die Sanierungsmaßnahmen aber noch nicht, berichtete der Bürgermeister. So werde der Außenbereich landschaftspflegerisch noch neu gestaltet und auch die Zuwegungen seien noch provisorisch. Auch das sehr beliebte Sole-Außenbecken benötige noch etwas Zeit: Die Technik sei zwar bereits eingebaut, aufgrund der niedrigen Außentemperatur könne mit der Verlegung der Fliesen aber voraussichtlich erst im Mai begonnen werden.

„Das Wellenbad hat in unserem Kur- und Erholungsort eine immense touristische Bedeutung“, stellte Henning Dierks abschließend fest. „Neben dem nach unserer Überzeugung schönsten Freibad Deutschlands haben wir jetzt endlich wieder ein ganzjährig geöffnetes Bad mit einer ganz außergewöhnlichen Lage mit Meerblick und dank der in der Region einzigartigen Wellen auch ,ein Stück Atlantik‘, wie die NWZ es vor 47 Jahren in ihrer Berichterstattung zur Eröffnung formulierte.“ Gerade in der Schlechtwettersaison könne man den Bürgern und Gästen jetzt wieder ein Angebot machen, das zuletzt sehr vermisst worden sei. Besonders angesichts der Wetterkapriolen in Folge des Klimawandels habe das einen immer größeren Wert.

Die Kurbetriebsgesellschaft investiere nicht nur im Reha-Zentrum in den Neubau einer Neurologie sowie in das Café am Rosengarten, sondern wolle auch wieder Sauna- und Wellnessanlagen entstehen lassen. Die geplanten Sanierungen des Alten Kurhauses und des Wasserturms sowie die Einweihung der zehn Millionen Euro teuren Fahrradstraße zwischen Bad Zwischenahn und Oldenburg zeige, dass die Gemeinde trotz der zurzeit schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter investiere. Ferner planten private Investoren in Rostrup auf dem ehemaligen Gelände des Bundeswehrkrankenhauses ein 260 Betten starkes Hotel sowie eine rund 60 Einheiten umfassende Ferienhausanlage zu errichten und auch die Bewerbung für die Landesgartenschau 2030 werde vorbereitet. „Wir wollen jetzt die Weichen für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft stellen und das Wellenbad ist hierfür ein ganz wichtiger Baustein“, betonte der Bürgermeister, der allen Beteiligten dankte, die „ein sehr anspruchsvolles Projekt in sehr bewegten Zeiten umgesetzt haben“.

Wetterunabhängige Wellenbäder seien als Spaß für die ganze Familie eine großartige Erfindung, sagte Bundesbauministerin Klara Geywitz. Daher freue sie sich auch darüber, dass die Kinderbürgermeisterinnen bei der Einweihung dabei sind: „Als Mutter von drei Kindern ist mir die Wassergewöhnung ein großes Anliegen.“ Um den CO²-Verbrauch in Deutschland zu reduzieren sei es besonders wichtig, Objekte mit großem Energieverbrauch und Sparpotenzial zu sanieren, und hier sei das „Wellenbad am Meer“ eine „großartige Werbung“.

In diesem Zusammenhang lobte die Bundesbauministerin das „sehr ambitionierte Klimaschutzkonzept“ der Gemeinde, in der es bereits ein sehr gutes Radwegenetz gebe und in der bereits alle Straßenlaternen mit Energiesparlampen ausgestattet seien. Auch die Diskussion um das Verbot von Schottergärten, das immer wichtiger werde, habe sie wohlwollend registriert.

Klara Geywitz bedankte sich ebenfalls beim Architekten und den ausführenden Unternehmen für die Bauleistung sowie den Erhalt des 70er-Jahre-Charmes und damit der Architekturgeschichte. Da durch die Sanierungskosten ein Vielfaches an Investitionen bewirkt worden seien, seien diese „gut angelegtes Geld“.

Das Wellenbad sei im „attraktiven Wohn-, Urlaubs- und Kurort Bad Zwischenahn“ zudem ein großer Gewinn für die Reha-Patienten, die jährlich etwa 180.000 Touristen und die mehr als 30.000 Einwohner, zog die Bundesbauministerin ebenfalls ein positives Fazit: „Wir sind alle heute reicher.“

Kurdirektor Dr. Norbert Hemken bedankte sich nach der anschließenden Schlüsselübergabe durch die Kinderbürgermeisterinnen bei Nayla Deeken und Milla Noack sowie bei Bürgermeister Henning Dierks. An diesem Tag könne man nicht genug „Danke“ sagen, darum bedankte auch er sich bei der Bundesregierung für die Fördermittel und bei den Handwerkern für die Umsetzung, denn neben Geld brauche es auch Fachkräfte. Auch die Architekten hätten hervorragend geplant, sodass die Sanierung „wunderbar gelungen“ sei. Und zu guter Letzt hätten auch die Mitarbeiter der Gemeinde und der Kurbetriebsgesellschaft ihren Teil dazu beigetragen.

Zur Einweihung des Wellenbeckens hatte sich die Gemeinde einen kleinen Wettkampf ausgedacht: So warfen die Gäste zeitgleich jeweils einen Gummiball mit ihrer Nummer in das Becken und die Besitzer der ersten drei Bälle, die auf der anderen Seite ankamen und dort von den Kinderbürgermeisterinnen „herausgefischt“ wurden, erhielten einen kleinen Preis. Anschließend hatten die Gäste bei einem Empfang im Foyer des Wellenbades bei Schnittchen und Kuchen noch die Gelegenheit, sich auszutauschen.

Bildunterschriften: Die Kinderbürgermeisterinnen Nayla Deeken (vorne links) und Milla Noack übergaben den symbolischen Schlüssel zum wiedereröffneten Wellenbad an Kurdirektor Dr. Norbert Hemken (Mitte): Zu den zahlreichen Gästen gehörten auch Bundesbauministerin Klara Geywitz (von links), Bürgermeister Henning Dierks und Bundestagsabgeordneter Dennis Rohde.

Zur Einweihung des Beckens gab es einen Wettbewerb: Jeder Gast warf einen Ball mit einer Nummer hinein und für die ersten drei Bälle, die das andere Ende erreichten, erhielten die „Besitzer“ einen Preis.

Bilder: Gemeinde Bad Zwischenahn

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