Vereine Harpstedt & Umland

Sehenswürdigkeiten Harpstedt & Umland

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Der Verein Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde e.V.


Die Delmenhorst – Harpstedter Eisenbahnfreunde e.V. wurden am 20. Februar 1976 mit dem ambitionierten Ziel gegründet, einen lebendigen Museumsbahnbetrieb auf der Strecke der Delmenhorst – Harpstedter Eisenbahn (DHE) ins Leben zu rufen. Ihr Anliegen war es, historische und bereits zur Verschrottung vorgesehene Eisenbahnfahrzeuge zu erwerben, um diese nach einer umfassenden Restaurierung wieder fahrbereit zu machen. Seit 1979 betreiben die engagierten Mitglieder des Vereins in rein ehrenamtlicher Arbeit die Historische Kleinbahn „Jan Harpstedt“ und knüpfen dabei an die Tradition der 1930er Jahre an, als die Kleinbahn Delmenhorst – Harpstedt besonders sonntags einen regen Ausflugsverkehr verzeichnete. Damals verkehrten sogar durchgehende Züge direkt vom Bremer Hauptbahnhof nach Harpstedt.

In den Anfangsjahren spielte hauptsächlich der Triebwagen T121 der Delmenhorst – Harpstedter Eisenbahn eine zentrale Rolle im Betrieb. Bereits 1980 konnte der Verein den ersten eigenen Eisenbahnwagen erwerben – den Gepäckwagen 92 der Bahnstrecke Bremen – Thedinghausen. Dieses Fahrzeug legte den Grundstein für eine beeindruckende Sammlung historischer Eisenbahnfahrzeuge, die heute stolze 30 Exemplare umfasst.

Ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der Eisenbahnfreunde war das Jahr 1987. Zum 75-jährigen Bestehen der Delmenhorst – Harpstedter Eisenbahn führten die Enthusiasten Dampfzugfahrten mit einer geliehenen, ehemaligen DHE-Dampflok 4 der niederländischen Museumsbahn Stoom Stichting Nederland (MBS) durch. Diese Fahrten begeisterten zahlreiche Eisenbahnliebhaber und machten deutlich, welch unschätzbaren Wert die bewahrte Eisenbahngeschichte auch heute noch besitzt.

Ein weiterer Höhepunkt folgte im Jahr 1990, als es dem Verein gelang, eine Dampflok zu erwerben, die ehemals in Sehnde bei Hannover und Nienburg im Einsatz war. Nach aufwändigen Instandsetzungsarbeiten am Kessel konnte die Lokomotive im Mai 1992 wieder in Betrieb genommen werden und brachte damit ein Stück Eisenbahngeschichte zurück auf die Schienen.

Das langfristige Ziel des Vereins ist es, das Bild einer Kleinbahn der 1950er Jahre authentisch darzustellen. Um diesem Ziel immer näher zu kommen, gelang im Jahr 1994 die Übernahme von drei Plattformwagen der Teutoburger Wald-Eisenbahn. In den darauffolgenden Jahren wurde die Sammlung durch den Ankauf und die aufwendige Restaurierung weiterer historischer Kleinbahnfahrzeuge aus den Sammlungen der Farge-Vegesacker Eisenbahn, Bentheimer Eisenbahn, Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn, Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn und der Hoyaer Eisenbahn-Gesellschaft kontinuierlich erweitert.

Neben dem Aufbau des Museumsbetriebs widmen sich die Mitglieder des Vereins intensiv der Pflege des von der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn übernommenen Archivs sowie der Dokumentation der Geschichte der DHE. Besonderer Wert wird dabei auf die Erhaltung der noch existierenden DHE-Fahrzeuge wie Lok 6, Lok 222, T 121 und Klv 316431 gelegt. Auch bei der befreundeten niederländischen Museumsbahn MBS (Haaksbergen – Boekelo) werden zwei einstige DHE-Fahrzeuge, Lok 4 und T 148, fürsorglich erhalten und kommen gelegentlich leihweise auf ihrer Heimatstrecke zum Einsatz.

Durch ihre unermüdliche Arbeit und die Liebe zum Detail leisten die Mitglieder der Delmenhorst – Harpstedter Eisenbahnfreunde e.V. einen bedeutenden Beitrag zur Bewahrung des Eisenbahnerbes und ermöglichen es Jung und Alt, ein Stück lebendiger Verkehrsgeschichte hautnah zu erleben.

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Minigolfanlage Harpstedt
Zocken für Groß und Klein in Harpstedt!

Minigolfanlage Harpstedt


Die malerische Minigolfanlage mitten im schönen Ortskern von Harpstedt bietet ein perfektes Ausflugsziel für die ganze Familie. Egal ob Groß oder Klein, jeder kommt hier auf seine Kosten und kann sich auf den abwechslungsreichen Bahnen dem Minigolfsport hingeben. Das wunderschön angelegte Gelände überzeugt nicht nur durch seine liebevolle Gestaltung, sondern auch durch die Fülle an kleinen Details, die jede Bahn einzigartig machen.

Gerade für die Kleinsten bietet die Anlage zahlreiche Möglichkeiten, sich auszutoben und Spaß zu haben. Eine großartige Idee wäre es, eine Hüpfburg oder ähnliche Attraktionen zu installieren, damit auch kleine Kinder, die noch keinen Minigolfschläger halten können, in vollen Zügen den Tag genießen. Das weitläufige Gelände bietet hierfür mehr als ausreichend Platz und könnte so den Familientag noch bereichern.

Bahn


Der Saisonstart fand in diesem Jahr am Sonntag, den 28. April 2024, statt und lockte zahlreiche Besucher an, die die ersten sonnigen Tage des Jahres nutzen wollten. Auch die Eintrittspreise sind familienfreundlich gestaltet: Erwachsene zahlen lediglich 4,00€, während Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre nur 2,00€ entrichten müssen. Damit wird ein erschwinglicher Spaß für die ganze Familie gewährleistet.

Die Öffnungszeiten der Minigolfanlage sind ebenfalls sehr großzügig: Samstags, sonntags und an Feiertagen kann man jeweils von 14:00 bis 18:00 Uhr seine Fähigkeiten auf den insgesamt 18 abwechslungsreichen Bahnen unter Beweis stellen. Besonders während der niedersächsischen Sommerferien, vom 24. Juni bis zum 3. August 2024, sind die Öffnungszeiten sogar ausgeweitet: Dann ist die Anlage zusätzlich donnerstags und freitags von 14:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Für besondere Anlässe oder größere Gruppen können auch individuelle Termine nach Absprache vereinbart werden.

Eine zusätzliche Attraktion ist die unmittelbare Nähe zum örtlichen Freibad. Während der Öffnungszeiten der Minigolfanlage ist diese auch bequem vom Freibad aus zugänglich, was besonders praktisch für Familien ist, die den ganzen Tag im Freien verbringen möchten. Erst ein paar Runden Minigolf spielen und dann zur Abkühlung ins kühle Nass – dieser Mix verspricht einen erholsamen und abwechslungsreichen Tag für Jung und Alt.

Insgesamt bietet die Minigolfanlage Harpstedt so eine hervorragende Möglichkeit, Bewegung, Spiel und Spaß in einem entspannten, naturnahen Umfeld zu erleben. Es ist ein Ort, der Lust auf mehr macht und sicherlich zu einem beliebten Treffpunkt für Jung und Alt geworden ist. Wer also nach einer unterhaltsamen Freizeitaktivität sucht, findet in Harpstedt genau das Richtige!

 

Adresse:

Minigolf am Rosenfreibad


Amtsfreiheit 5, 27243 Harpstedt

 

Muna Dünsen – Eine Reise durch die Zeit in der alten Luftmunitionsanstalt


Es war wieder einmal soweit: Nach einer längeren Pause zog es mich erneut zu einem faszinierenden Lost Place. Diesmal führte mich mein Abenteuer in die verwilderten Tiefen der ehemaligen Luftmunitionsanstalt, bekannt als Muna Dünsen. Unweit von Bremen gelegen, ist dieses Gelände mittlerweile eine wahre Spielwiese der Natur, die Stück für Stück ihre verlorenen Gebiete zurückerobert.

Die Muna Dünsen in den 1930er Jahren: Eine Geburt im Schatten des Waldes

In den frühen 1930er Jahren bot der beschauliche Wald Bassmerhoop bei Dünsen das perfekte Versteck für den Bau einer geheimen Munitionsanstalt. Nur 500 Meter entfernt lief die Kleinbahnstrecke Delmenhorst – Harpstedt vorbei, und die dichte Bewaldung bot ausreichend Schutz vor neugierigen Augen aus der Luft. 1934 begannen die Bauarbeiten, um die Vision in Form von Wohngebäuden, Wirtschaftsbaracken, einem Krankenrevier und sogar einer Feuerwache Realität werden zu lassen. Werkstätten, Garagen mit angeschlossener Tankstelle, ein Lokschuppen und ein Pferdestall komplettierten das Bild.

Ein Jahr später, 1935, pulsierte das Leben in der Muna Dünsen bereits: Arbeiter kümmerten sich um die Anlieferung und Abfertigung von Bomben und Granaten. Hier wurden die tödlichen Frachtstücke präpariert und in einem riesigen Lagerbereich zur weiteren Verteilung deponiert.

Nach dem Krieg: Aufbruch und Wiederaufbau

April 1945 markierte einen Wendepunkt: Britische Truppen nahmen das Gelände ein, und der Krieg war an diesem Ort beendet. Der Munitionsvorrat? Gesprengt. Auch die Gebäude sollten bald darauf dasselbe Schicksal erleiden. Doch das Schicksal meinte es anders: Durch den massiven Zustrom von Flüchtlingen herrschte eine akute Wohnungsnot. Einige der Gebäude wurden ab Mitte 1946 für zivile Zwecke freigegeben, und die kleine Gemeinde Dünsen-Wald begann zu blühen.

Kleine Unternehmen fanden hier ihren Anfang, und für rund 15 Jahre entwickelte sich ein blühendes Gemeinschaftsleben. Doch 1958, mit dem Aufstieg der Bundeswehr, kehrte das Militär zurück und die ersten Kündigungen wurden ausgesprochen.

Kalter Krieg: Vom Wohnort zum Tummelfeld der Macht

In den 1960er Jahren übernahm die Bundeswehr das Gelände endgültig. Es folgte eine Phase strengster Geheimhaltung und abgesperrter Zonen. Die Muna Dünsen wandelte sich zum zentralen Militärstützpunkt, sogar international genutzt: Die Bundeswehr, die niederländischen und die US-amerikanischen Truppen nutzten das Gelände. Die 1980er Jahre brachten eine beunruhigende Wendung: Hier wurden Atomwaffen stationiert. Hätte ein Atomkrieg ausgebrochen, wäre die Katastrophe von Tschernobyl wohl ein Schatten dagegen. Glücklicherweise blieb uns dieses Schreckensszenario erspart – 1987 wurden die Sprengköpfe abgezogen.

Heute: Eine Symbiose von Geschichte und Natur

Mit dem Ende der militärischen Nutzung in den frühen 1990er Jahren begann ein neues Kapitel. 2001 wurde das Areal endgültig entmilitarisiert. Heute ist der Wald Baßmerhoop wieder als Erholungsgebiet zugänglich, und viele der alten Gebäude stehen noch. Ihr Erhaltungszustand variiert von erstaunlich gut bis hin zu malerischen Ruinen, die im Einklang mit der Natur verfallen.

Unter Urbexern hat die Muna Dünsen einen legendären Status erreicht, und das Interesse wächst. Doch leider ziehen solche Orte nicht nur Abenteurer, sondern auch Vandalen und Graffitikünstler an, die ihre Spuren hinterlassen.

Die Zukunft: Ein neues Kapitel für die Muna Dünsen?

Ab Juli 2021 sollen erneut Soldaten auf dem Gelände trainieren, diesmal als Teil eines Heimatschutz-Pilotprojekts. Um die Sicherheit zu gewährleisten, sind bestimmte Zugänge bereits geschlossen, und Besucher werden höflich gebeten, die Waldstraße zu nutzen.

Die Muna Dünsen bleibt ein faszinierendes Kaleidoskop aus Geschichte, Natur und zukünftiger Nutzung – ein Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint und dennoch ständig in Bewegung ist.


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