Umbenennung des Slomanstiegs in Castellonstieg: Hamburg-Mitte arbeitet koloniales Erbe auf

Umbenennung des Slomanstiegs in Castellonstieg: Hamburg-Mitte arbeitet koloniales Erbe auf

Heute hat Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer gemeinsam mit dem Generalkonsul von Chile Antonio Correa sowie Vertreterinnen und Vertreter der Schule auf der Veddel und der Bezirkspolitik das Straßenschild des Castellonstiegs enthüllt und die neue Straße damit offiziell eingeweiht.

Die Umbenennung des Slomanstiegs in Castellonstieg geht auf die Initiative einer Klasse der dort ansässigen Schule zurück, die sich während ihres Unterrichts mit der Kolonialgeschichte der Familie Sloman beschäftigt hat. Anschließend haben sich die Jugendlichen dafür eingesetzt, die Straße nach dem chilenischen Gewerkschaftsführer Gregorio del Jesus Castellon Lazarte zu benennen.

Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte: „Über Straßenumbenennungen lässt sich bekanntlich trefflich streiten. Auf der Veddel erleben wir nun aber ein gelungenes Beispiel. Schülerinnen und Schüler haben sich engagiert mit der Kolonialgeschichte der Familie Sloman auseinandergesetzt und dafür geworben, dass der Slomanstieg direkt vor ihrer Schule in Castellonstieg umbenannt wird. Mit dem neuen Straßennamen soll der Chilene Gregorio del Jesus Castellon Lazarte geehrt werden, der als Minenarbeiter und Gewerkschaftsführer für bessere Arbeitsbedingungen und die Rechte der Arbeiter kämpfte. An die weiterhin bestehende Slomanstraße grenzt damit künftig der Castellonstieg, das zeigt einen differenzierten Umgang mit der Geschichte.“

Robert Miles Sloman „der Jüngere“ (1812-1900) war Eigentümer der Reederei „Rob. M. Sloman“, die heute auch dafür in der Kritik steht, Menschen unter lebensgefährlichen Bedingungen verschifft zu haben. 1867 kamen auf dem Segelschiff „Leibnitz“ rund 100 der knapp 550 Passagieren ums Leben. Des Weiteren hat die Reederei Salpeter transportiert, der zur Herstellung von Schießpulver und Sprengstoff benötigt wurde.

Gregorio del Jesus Castellon Lazarte (1931-2010) wurde auf dem Gelände einer Salpetermine in Chile geboren. Er war Gewerkschaftsführer der Salpeter-Gewerkschaft und Parteimitglied der Sozialistischen Partei Chiles, die sich für die Rechte von Arbeitern einsetzte.

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