Spielplanvorstellung 2024/2025 am Theater Bremen

Spielplanvorstellung 2024/2025 am Theater Bremen

30 Premieren in vier Sparten / Zwei Uraufführungen im Musiktheater: Elmar Lampsons Oper „Wellen“ sowie für alle Menschen ab 8 Jahren das Musical „Der 35. Mai“ nach Erich Kästner / Sieben Uraufführungen und eine Deutschsprachige Erstaufführung im Schauspiel, darunter eine Bühnenadaption von David Safiers Bremen-Roman „Solange wir leben“ / Regisseur Andreas Kriegenburg und Musikalischer Leiter Yoel Gamzou bringen „Cabaret“ auf die Bühne / Tanz mit drei Neuproduktionen und einer Kooperation mit der Kunsthalle / Junges Theater mit fünf Inszenierungen nimmt mit Kafka, Goethe und Shakespeare Klassiker unter die Lupe

Das Theater Bremen lud heute zur Vorstellung des neuen Spielplans für die Saison 2024/2025 in den Malsaal des Theaters ein. Auf dem Spielplan stehen 30 Premieren, darunter neun Uraufführungen und eine Deutschsprachige Erstaufführung, drei Neuproduktionen im Tanz und fünf Premieren im Jungen Theater.

„Ich freue mich, dass es dem Theater Bremen immer wieder gelingt, interessante und facettenreiche Spielzeiten zu gestalten. Ich hoffe, dass die kommende Saison an den Erfolg der vorangegangenen anknüpfen kann. Das Team hätte es allemal verdient.“, so Kulturstaatsrätin und Aufsichtsratsvorsitzende des Theater Bremen Carmen Emigholz im Vorfeld der Pressekonferenz.

Intendant Michael Börgerding freut sich darüber, dass die laufende Spielzeit auch beim Publikum gut ankommt: „Wenn ich mir die Besucherzahlen dieser Spielzeit bis zum 31. März 2024 anschaue, dann haben wir im Vergleich zum Vorjahr zum gleichen Stichtag in diesem Jahr 11.000 Zuschauerinnen und Zuschauer mehr. Unsere Prognose für diese Spielzeit, wenn sie dann am 30. Juni zu Ende geht, liegt bei gut 177.000 Besuchern. Und es sieht so aus, als könnten wir das schaffen – vielleicht sogar mehr als das.“

Im Musiktheater gibt es in der nächsten Spielzeit gleich zwei Uraufführungen: Bereits im Oktober kommt „Der 35. Mai“ auf die Bühne des Theaters am Goetheplatz. Das Musical für alle ab 8 Jahren basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Erich Kästner. Martin G. Berger, der auch Regie führt, Jasper Sonne und Michael Ellis Ingram haben dafür die Musik und Liedtexte geschrieben, die Musikalische Leitung hat Musikdirektor Stefan Klingele. Das Auftragswerk für das Theater Bremen ist eine Hommage an die großen Orchestermusicals im Stil von „Hello, Dolly!“ und „Mary Poppins“ und an den Autor Erich Kästner, der vor nahezu einem Jahrhundert die visionäre Kritik einer Zukunft entwarf, die unsere Gegenwart ist. Na dann, durchs Schlaraffenland auf in die Südsee! Die zweite Uraufführung kommt im Mai 2025 mit dreijähriger Verzögerung: Die Oper von Elmar Lampson, „Wellen“, nach dem Roman von Eduard von Keyserling in einer Librettofassung von Julia Spinola sollte eigentlich im Juni 2022 Premiere feiern, musste aber verschoben werden. Bei dem Auftragswerk des Theater Bremen steht der ehemalige Bremer Generalmusikdirektor Yoel Gamzou am Pult der Bremer Philharmoniker, Regie führt Philipp Rosendahl. Eröffnet wird die neue Saison im Musiktheater am 15. September mit Richard Wagners „Lohengrin“. Die Musikalische Leitung hat Stefan Klingele, der Leitende Regisseur Frank Hilbrich inszeniert. Bei Giacomo Puccinis „La Bohème“ übernimmt die Schauspiel-Hausregisseurin Alize Zandwijk zum ersten Mal die Regie in einer großen Opernproduktion, der Erste Kapellmeister Sasha Yankevych hat die Musikalische Leitung inne, Premiere ist im November 2024. Mit Hector Berlioz‘ Oper „Béatrice et Bénédict“ nach William Shakespeares Komödie „Viel Lärm um nichts“ stellt sich Regisseurin Susanne Lietzow dem Bremer Publikum vor, Stefan Klingele dirigiert. Im April kommt dann noch eine Shakespeare-basierte Oper: Giuseppe Verdis „Otello“ in der Regie von Frank Hilbrich und der Musikalischen Leitung von Sasha Yankevych. Während all diese Produktionen im Theater am Goetheplatz stattfinden, bespielt das Musiktheater in dieser Saison auch zwei Mal das Kleine Haus. Die sechste und für Bremen letzte NOperas-Produktion „Oper Otze Axt“ von Dritte Degeneration Ost kommt im Juli. NOperas! ist eine Initiative des Fonds Experimentelles Musiktheater (FeXm) und in gemeinsamer Trägerschaft von Kunststiftung NRW und NRW KULTURsekretariat. Die zweite Musiktheater-Produktion im Kleinen Haus verantwortet Armin Petras. Er bringt dort im Dezember Franz Schuberts Liederzyklus „Winterreise“ mit dem Text von Wilhelm Müller in einer Bearbeitung von Sebastian Vogel und Thomas Kürstner auf die Bühne. Und, last but not least, gibt es in diesem Jahr zu Silvester wieder eine große Gala im Theater am Goetheplatz: „Sing, Sing, Sing!“ unter der Musikalischen Leitung von Stefan Klingele und szenisch eingerichtet von Frank Hilbrich wird am letzten Tag des Jahres Premiere feiern, bleibt dann aber noch einige Wochen im Programm. Für Dirigent Klingele geht damit übrigens ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: einmal eine Bigband zu dirigieren …

Im Schauspiel bringt das Theater Bremen sieben Uraufführungen und eine Deutschsprachige Erstaufführung auf die Bühne. Darunter ist David Safiers Roman „Solange wir leben“. Er beginnt 1937 in Wien, führt durch die Gestapo-Gefängnisse nach Palästina und schließlich nach Bremen: Hier trifft Safiers jüdischer Vater Joschi auf Waltraut, Tochter eines Bremer Werftarbeiters. John von Düffel wird diese sehr persönliche Geschichte rund um die Eltern des Autors in eine Bühnenfassung bringen, die Regisseurin Alize Zandwijk im Theater am Goetheplatz inszeniert, Uraufführung ist am 1. März 2025. Ebenfalls in den 1930er Jahren spielt „Cabaret“ von Joe Masteroff: Das Musical, das 1966 in New York uraufgeführt wurde, kommt nun in der Regie von Andreas Kriegenburg ins Theater Bremen, die Musikalische Leitung übernimmt Yoel Gamzou. Premiere ist im Mai 2025. Den Auftakt in die Schauspielsaison macht Felix Rothenhäusler mit „Wasserwelt. Das Musical“, Premiere im September im Kleinen Haus. Nur zwei Wochen später eröffnet Elsa-Sophie Jach mit „Antigone“ im Theater am Goetheplatz. Die Kanadierin Anne Carson hat den Stoff von Sophokles überschrieben und zeigt damit die Parallelitäten zwischen Antike und Gegenwart auf. Deutschsprachige Erstaufführung ist am 28. September. Nur wenige Tage später, am 5. Oktober, bringt Armin Petras „Frei. Erwachsenwerden am Ende der Geschichte“ von Lea Ypi auf die Bühne im Kleinen Haus. Auch das Familienstück zu Weihnachten ist in diesem Jahr eine Uraufführung: Mit „Funklerwald“ von Stefanie Taschinski inszeniert Regisseurin Jorinde Dröse eine zeitgenössische Kindergeschichte für alle Menschen ab 6 Jahren im Theater am Goetheplatz, wo sich ab November Füchse und Waschbären tummeln. In einer Kooperation mit dem Moks setzt sich „Soft Rebellion“ in der Regie von Yeşim Nela Keim Schaub für alle ab 14 Jahren mit Shakespeares „Romeo und Julia“ auseinander. Zu sehen ab Oktober im Kleinen Haus. Dort inszeniert Viktor Lamert „Draußen feiern die Leute“ nach dem Roman von Sven Pfizenmaier, Premiere ist im Januar 2025. Kurz darauf wirft Autor und Regisseur Felix Krakau, der in der laufenden Saison „Royals“ verantwortet, einen neuen Blick auf Kleist: „Kohlhaas (No Limits)“ feiert Mitte Februar im Kleinen Haus Premiere. Anfang April bringt ebendort Ruth Mensah „Der Keim“ nach dem Roman von Tarjei Vesaas zur Uraufführung. Der Schriftsteller, laut Knausgård der wichtigste norwegische Autor, zeichnet darin Mitte der 1940er Jahre ein düsteres Gesellschaftsporträt, das nach der Stabilität der gesellschaftlichen Ordnung fragt. Zu Beginn und Mitte des 20. Jahrhunderts spielt „Die Kopenhagen-Trilogie“ nach den autofiktionalen Romanen von Tove Ditlevsen. Ähnlich schonungslos und offen wie Annie Ernaux seziert Ditlevsen darin das eigene Ich, ihr Ringen um eine Identität als Künstlerin, Frau und Mutter. Anja Behrens stellt sich mit dieser Arbeit in Bremen als Regisseurin vor, Premiere ist im Juni im Kleinen Haus. Anne Sophie Domenz und Maartje Teussink bringen in ihrem mittlerweile dritten gemeinsamen Liederabend „Britney’s Fears. The Making of: A Princess“ in Kooperation mit dem inklusiven Blaumeier-Atelier einen emanzipatorischen Pop-Liederabend auf den Goetheplatz. Zu sehen ab Mai 2025.

Der Tanz startet gleich Ende August mit einer Premiere in der Kunsthalle Bremen in die neue Saison: Mit „Spektrum / Raum“ laden Unusual Symptoms, der ungarische Choreograf Máté Mészáros und das Videokunst-Kollektiv Urbanscreen dazu ein, die Räume des Museums neu zu entdecken. 2019 feierte die gemeinsame Arbeit „Spektrum“ Premiere im Kleinen Haus, nun wird sie von der Bühne in die Kunsthalle übertragen. Raumfüllende Projektionen geben leeren Ausstellungsräumen eine überraschend neue Gestalt, während die Choreografie im Dialog mit verschiedenen Orten des Museums in ihrer skulpturalen Qualität erfahrbar wird. Im Lauf der Spielzeit werden im Tanz noch drei weitere neue Arbeiten entstehen, deren Titel sich in der Arbeit herauskristallisieren. Den Auftakt macht Hauschoreograf Samir Akika im November im Kleinen Haus. Zum ersten Mal in Bremen präsentiert sich die finnische Choreografin Milla Koistinen, ihre Arbeiten zeichnen sich durch ein Spiel von Wiederholungen und Gesten, Stillstand und Bewegung, erkennbar alltägliche und poetisch verfremdete Bilder aus. Premiere feiert die Produktion im März 2025. Für die letzte neue Arbeit der Saison zeichnet Michikazu Matsune verantwortlich. Auch er ist zum ersten Mal in Bremen, seine international gefeierten Arbeiten nehmen persönliche Erinnerungen und historische Artefakte zum Ausgangspunkt für spielerische Auseinandersetzungen um kulturelle Zuschreibungen und soziale Identifikationen, die ebenso humorvoll wie emotional geraten.

Neben der Shakespeare-Kooperation mit dem Schauspiel bei „Soft Rebellion“ gibt es fünf weitere Premieren im Jungen Theater Bremen. Zwei davon werfen ebenfalls einen neuen Blick auf große Klassiker: In „Plötzlich Käfer“ fragt Regisseurin Hannah Biedermann für alle Menschen ab 6 Jahren, wie es ist, eines Morgens plötzlich als Käfer aufzuwachen. Als Vorlage dient Lawrence Davids Kinderbuch „Hilfe, Gregor ist plötzlich ein Käfer!“, in dem Kafkas berühmte Erzählung „Die Verwandlung“ in eine Kinderperspektive übertragen wird. Premiere ist im September im Brauhaus. Und die Jungen Akteur:innen untersuchen mit Dorle Trachternach und Joanna Praml Goethes „Die Leiden des jungen Werther“: für alle ab 14 Jahren ab April 2025 im Kleinen Haus zu sehen. Den Auftakt in die Spielzeit machen gleich Mitte August sputnic mit Live Animation Cinema. In ihrem neuen Stück „Aurora“ wagen sie einen Blick in die Zukunft und stellen sich der Frage, wie es mit uns und dieser Welt weitergehen kann. Mit dem Einsatz von Kameras und Projektionen lassen die Schauspieler:innen live auf der Bühne einen Animationsfilm entstehen. „Aurora“ ist nach „IOta.KI“ und „Post Paradise“ die dritte Produktion des Kollektivs sputnic am Moks. Premiere für alle ab 14 Jahren ist am 17. August im Brauhaus. Im Januar fragen dann acht junge Akteur:innen gemeinsam mit Autor:in Theresa Kleiner, Choreografin Birgit Freitag und Regisseurin Christiane Renziehausen, warum es tabu ist, über Einsamkeit zu sprechen und ob in ihr nicht mehr als nur Mangel liegt: „Einsamkeiten“ ist ab Januar 2025 im Brauhaus zu sehen. Im März kommt FAUST-Preisträgerin Antje Pfundtner wieder nach Bremen. Sie erforscht zusammen mit dem Ensemble des Moks und zwei Tänzern von tanzbar_bremen, wodurch Gemeinschaften entstehen und auseinanderfallen: „Drinnen und Draußen“ für alle ab 6 Jahren im Brauhaus.

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