SKD zeigen die Ausstellung „BELLUM ET ARTES – Europa und der Dreißigjährige Krieg“ im Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel

Staatliche Kunstsammlungen Dresden zeigen die Ausstellung „BELLUM ET ARTES – Europa und der Dreißigjährige Krieg“ im Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel

Die Ausstellung „BELLUM ET ARTES – Europa und der Dreißigjährige Krieg“, die vom 27. April 2024 bis zum 12. Januar 2025 im Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel zu sehen sein wird, widmet sich der Rolle der Künste während des Dreißigjährigen Krieges. Das international angelegte Forschungs- und Ausstellungsprojekt startete im Sommer 2021 mit einer vielbeachteten Ausstellung im Dresdner Residenzschloss. Es ist Teil einer europaweiten Kooperation, an der zwölf Institutionen aus sieben Ländern – Schweden, Polen, Tschechien, Italien, Belgien, Spanien und Deutschland – beteiligt sind.

Unter der Federführung des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) und des Leibniz-Instituts für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) in Leipzig wurde die Ausstellung gemeinsam mit dem Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel kuratiert.

Der Dreißigjährige Krieg, der Europa vor über 400 Jahren erschütterte, ist als eine der dramatischsten Epochen der europäischen Geschichte in das kollektive Gedächtnis eingegangen. Der Konflikt, der 1618 mit dem Prager Fenstersturz seinen Anfang nahm, weitete sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem erbitterten Kampf um religiösen Einfluss und politische Hegemonie innerhalb Europas aus. Hunger, Tod und Seuchen dezimierten die Bevölkerung mancherorts um bis zu zwei Drittel, verwüsteten ganze Regionen und setzten enorme Flüchtlingsströme in Bewegung. Doch auch während des Krieges kam die Kunstproduktion nicht zum Erliegen. Im Gegenteil: Die Kunst erfüllte weiterhin wichtige Funktionen. Sie diente der Repräsentation von Macht, als diplomatisches Geschenk, der Dokumentation von Kriegshandlungen oder der Mahnung zum Frieden. Viele Kunstwerke wurden dabei als begehrte und – zur damaligen Zeit legale – Kriegsbeute über ganz Europa verstreut.

Mit rund 150 Exponaten aus den Beständen der SKD sowie zahlreicher internationaler Museen, darunter das Rijksmuseum in Amsterdam, die Historischen Museen in Stockholm, das Kunsthistorische Museum Wien oder die Nationalgalerie Prag, zeigt die Ausstellung, wie die damaligen Herrscher die Kunst zu Zwecken der Repräsentation und Propaganda nutzten, aber auch, wie Kunstwerke zu Botschaftern für den Frieden wurden. Die Migration von Künstlern und die Verschleppung von Kunstwerken werden ebenso thematisiert, wie das Ringen um Frieden und die Bedeutung des Westfälischen Friedens für die Geschichte der europäischen Staatengemeinschaft. Die Präsentation gibt so einen umfassenden Einblick in die Politik des 17. Jahrhunderts, die zum Teil bis heute nachwirkt. Mit einer Auswahl zeitgenössischer Werke, darunter Arbeiten der ukrainischen Künstlerin Vlada Ralko, wird abschließend der Bogen in die Gegenwart gespannt. Ralkos großformatige Gemälde zeugen von der Aktualität, die das Thema durch den russischen Angriff auf die Ukraine in Europa inzwischen wiedererlangt hat.

Ergänzt wird die Ausstellung durch interaktive Medienstationen, an denen sich die Migration der Künstler und die Verschleppung der Kunstwerke während des Krieges, aber auch die Heiratsverbindungen der regierenden Herrscherhäuser Europas anschaulich nachvollziehen lassen. So waren Spanien, Frankreich, Dänemark-Norwegen und Schweden sowie die mächtigsten Dynastien des Heiligen Römischen Reiches durch Familienbande eng miteinander vernetzt. Nicht selten wurden die politischen und konfessionellen Bündnisse genutzt, um Machtansprüche durchzusetzen.

Nach den Ausstellungen in Dresden und 2023 in Wrocław (Breslau) findet das Projekt BELLUM ET ARTES in Brüssel nun seinen vorläufigen Höhepunkt. Das Haus der Europäischen Geschichte, das 2017 auf Initiative des Europäischen Parlaments eingerichtet wurde, stellt dafür den denkbar passenden Ort dar. Weitere Stationen sind in diesem Jahr in Olomouc (Olmütz) in Tschechien sowie Stockholm geplant. Bis 2027 finden zudem Ausstellungen und Tagungen in Prag, Danzig, Madrid, Mantua, Görlitz und Leipzig statt.

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