Mittelalter begreifbar – Der Juni im LWL-Museum in der Kaiserpfalz

Mittelalter begreifbar
Der Juni im LWL-Museum in der Kaiserpfalz

Paderborn (lwl). Das LWL-Museum in der Kaiserpfalz hält im Juni abwechslungsreiche Themenführungen bereit. Gleich am ersten Sonntag wird das Mittelalter für blinde und sehende Besuchende begreifbar. Die weiteren Angebote lassen die Teilnehmenden mehr über die verschiedenen archäologischen Stätten der Stadt, die Paderborner Königspfalzen sowie Gesundheit und Hygiene im Mittelalter erfahren.

Der Monat Im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) beginnt am Sonntag (2.6.) um 15 Uhr mit der Führung "Mittelalter begreifbar". Das Programm vermittelt blinden und sehenden Gästen ab zehn Jahren einen Eindruck von der Paderborner Königspfalz des 11. Jahrhunderts. Um das Leben am Hof der mittelalterlichen Könige in Paderborn zu verdeutlichen, stehen den Besucher:innen originale Objekte und aufwendig gearbeitete Nachbildungen mittelalterlicher Alltagskultur zum Ertasten zur Verfügung. Ein begreifbares Modell macht die außergewöhnliche Architektur der 1.000 Jahre alten Bartholomäuskapelle verständlich. Mit einem von Weihrauch begleiteten Besuch der Kapelle schließt der Rundgang durch das Museum.

Zur "Archäologie am Abend" lädt das Museum am Mittwoch (5.6.) um 17 Uhr ein. Für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren geht es bei einem Rundgang zu den Originalschauplätzen der Paderborner Stadtgeschichte. Bei der monatlich wiederkehrenden Führung lernen die Teilnehmenden Paderborn von einer ganz neuen Seite kennen. Treffpunkt ist der Museumseingang. Für einen anschließenden Museumsrundgang hat das Museum bis 20 Uhr geöffnet.

"Die Paderborner Königspfalzen" stehen am Sonntag (9.6.) um 15 Uhr bei einer Führung für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren auf dem Programm. Paderborn war im Mittelalter ein bevorzugter Aufenthaltsort von Königen und Kaisern. Zwei königliche Palastanlagen – die Pfalzen – wurden hier bei Ausgrabungen entdeckt. Die ältere stammt aus der Zeit Karls des Großen. Von der jüngeren Pfalz waren viele Mauerteile so gut erhalten, dass sie neu errichtet und die alten Mauern dabei einbezogen werden konnten. Diese Pfalz des 11. Jahrhunderts steht bei dieser Tour im Mittelpunkt. Im Vergleich mit der karolingischen Anlage werden Wandel und Kontinuität im Wohnen und Repräsentieren im Mittelalter deutlich.

Am Sonntag (16.6.) heißt es um 15 Uhr "Eine Hand wäscht die andere". Gesundheit hatte im Mittelalter einen hohen Stellenwert. Krankheiten breiteten sich aufgrund mangelnder Hygiene rasch aus. Städtische Verordnungen zur Müllentsorgung versuchten, das Abfallproblem in den Griff zu bekommen. Stank es in den Straßen Paderborns tatsächlich "bis zum Himmel"? Wie schützte man sich vor Krankheit, Schmutz und Ansteckung? Diesen Fragen versucht der Rundgang für Familien mit Kindern ab acht Jahren auf den Grund zu gehen.

Am Sonntag (23.6.) um 15 Uhr wandeln die Besucher:innen des LWL-Museums in der Kaiserpfalz "Zwischen Reich und Kirche". Bischof Meinwerk gilt als einer der großen Reichsbischöfe im Hochmittelalter. Kaum ein anderer verstand es wie er, kirchliche und weltliche Macht zu verbinden. Ein Rundgang durch die spätottonische Pfalz und die Bartholomäuskapelle veranschaulicht Meinwerks Leben und Wirken. Die Architektur dieser Gebäude, aber auch Funde aus der Zeit geben Einblick in die Rolle Paderborns als kaiserliche Residenzstadt und zeugen von ihrem Aufschwung in den Bereichen Kunst und Bildung.

Familien mit Kindern ab acht Jahren erfahren am Sonntag (30.6.) um 15 Uhr mehr über Malven, Möhren und Melisse. In der Führung "Dagegen ist (k)ein Kraut gewachsen" geht es darum, wie Karl der Große festlegte, was in den Gärten der Pfalzen und Gutshöfe wachsen sollte. Ob würziges Küchenkraut oder bittere Arznei – die Pflanzen der neu angelegten Hochbeete verraten ihr duftendes Geheimnis. Nach dem Gang zu den karolingischen Hochbeeten werden wohltuende Salben oder Pfefferminzpastillen hergestellt.

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