Mirko Reisser (DAIM) | Retrospective – 35 years Graffiti Art | ab 6. Mai 2024 im WAI Woo ds Art Institute in Wentorf bei Hamburg

Mirko Reisser (DAIM) | Retrospective – 35 years Graffiti Art

ab 6. Mai 2024 im WAI Woods Art Institute in Wentorf bei Hamburg

Mirko Reisser alias DAIM ist einer der international bekanntesten Hamburger Graffitikünstler. Als Co-Kurator war er maßgeblich an der Ausstellung „EINE STADT WIRD BUNT. Hamburg Graffiti History 1980-1999“ beteiligt, die bis 7. Januar 2024 im Museum für Hamburgische Geschichte zu sehen war und mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher begrüßen konnte.

Ab 6. Mai 2024 zeigt das WAI Woods Art Institute in Wentorf bei Hamburg eine umfassende Werkschau von DAIM, der besonders für seine großformatigen Graffiti-Arbeiten im 3D-Stil bekannt ist.
Die Ausstellung mit dem Titel „Retrospective – 35 years Graffiti Art“ widmet sich Reissers Weg vom jungen Sprüher bis zum international erfolgreichen Künstler. Die Eröffnung findet am Sonntag, den 5. Mai von 11 bis 18 Uhr statt, der Eintritt ist frei. Der reguläre Ausstellungsbetrieb startet ab 6. Mai. Weitere Informationen zur Ausstellung, zu den Öffnungszeiten und der Anfahrt finden sich unter
www.woodsartinstitute.com

Am Anfang war das Wort. Im Sommer 1989 sprüht der 17-jährige Mirko Reisser gemeinsam mit zwei Freunden die fünf Buchstaben RIGHT auf einen Verteilerkasten. Allein der Begriff ist eine Provokation. Schließlich ist die Sachbeschädigung – zumindest aus juristischer Perspektive – alles andere als „richtig“. Heute, 35 Jahre später, schreibt Mirko Reisser ganz im Stile klassischer „Graffiti-Writer“ immer noch seinen Namen DAIM. Zugleich aber definiert Reisser das Writing gewissermaßen neu, indem er sein Pseudonym in komplexe Skulpturen verwandelt.

Manchmal ist das wortwörtlich zu verstehen. So hat Reisser auch schon Ausflüge in die Bildhauerei unternommen, das Wort DAIM aus Holz gehauen oder aus Beton gegossen – und das zweidimensionale Medium Schrift auf diese Weise in die Dreidimensionalität überführt. In der Regel aber erzeugt Reisser eine optische Illusion von Körperlichkeit, wenn er seinen Namen auf Leinwände, in Ausstellungsräume oder an Hausfassaden malt. Dabei spielt er so virtuos mit Licht und Schatten, dass der Eindruck entsteht, die zu komplexen Figuren ineinander verschachtelten Balken, Schwünge und Polyeder würden die Fläche verlassen und tatsächlich in den Raum hineinragen.

Dass er dabei – ganz im Sinne der Idee des Writings – repetitiv seinen Namen schreibt, zugleich aber längst die Regeln des Writing für sich immer wieder neu setzt, gehört zu den spannenden Ambivalenzen im Werk von Mirko Reisser. Wie die Tatsache, dass er zwar nach wie vor mit der Sprühdose arbeitet, seine Bilder zugleich aber längst komponiert und in zahlreichen Schichten aufträgt wie ein klassischer Maler. Wenn er heute den Namen DAIM schreibt, gehorcht er zwar einerseits den Bauplänen der Buchstaben. Zugleich aber de- und rekonstruiert er sie solange, bis es kaum mehr möglich ist, die Gebilde als Buchstabenfolgen zu erkennen. So lotet Mirko Reisser auf seine ganz eigene Weise die Grenze zwischen Fläche und Räumlichkeit, zwischen Typografie und Architektur, zwischen Lesbarkeit und Abstraktion aus. Rik Reinking begleitet Mirko Reisser alias DAIM bereits seit 2001 und hat zahlreiche Werke und Werkgruppen aus allen Schaffensphasen für seine Sammlung erworben. Auf Basis dieser langjährigen Beziehung zwischen Künstler und Sammler ist es heute möglich, Reissers einzigartigen Weg vom auf der Straße aktiven Writer bis zum international gefragten Künstler nachzuzeichnen.

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