Katastrophenschutzzentrum ist fertig – Unterbringungsmöglichkeiten werden vorgehalten

Katastrophenschutzzentrum ist fertig – Unterbringungsmöglichkeiten werden vorgehalten

Landkreis Stade. Nach einem Dreivierteljahr sind die Bauarbeiten abgeschlossen: Landrat Kai Seefried konnte aus den Händen von Lindemann-Geschäftsführer Friedrich Witt den symbolischen Schlüssel in Empfang nehmen. Erst im Juni vorigen Jahres hatte der Kreistag den Beschluss gefasst. Mit zwölf Millionen Euro handelt es sich aktuell um eines der größten Investitionsvorhaben des Landkreises.

„Wir leben in einer herausfordernden Zeit, in der dem Katastrophenschutz eine immer größere Bedeutung zukommt“, sagt Landrat Kai Seefried. „Die Welt hat sich verändert, die aktuelle Lage mit einem Krieg in Europa und weiter zunehmenden Flüchtlingsbewegungen stimmt mich nachdenklich und traurig.“ Die Aufgaben seien groß – da gelte es, gut vorbereitet zu sein. Dass die Voten der Politik für das Zwölf-Millionen-Euro-Projekt einstimmig waren, zeuge von der hohen Bedeutung, die dem Katastrophenschutz parteiübergreifend zugestanden werde, unterstreicht der Landrat. Kreistag und -verwaltung seien sich ihrer Verantwortung in diesem Bereich bewusst. Das Tempo der Realisierung sei beispielgebend. Das betont auch Lindemann-Geschäftsführer Friedrich Witt: Das Projekt sei ein Musterbeispiel für die gelungene Zusammenarbeit zwischen einer Behörde und der Privatwirtschaft.

Der Neubau biete optimale Voraussetzungen, um im Ernstfall und bei Übungen zu arbeiten, sagt Seefried: „Das ist ein Riesenschritt für alle, die im Katastrophenschutz tätig sind.“ Zentrales Bauwerk auf dem 11.000 Quadratmeter großen Grundstück am Julius-Leber-Weg ist eine Multifunktionshalle: zwei getrennte Hallenteile mit je 1.800 Quadratmetern, die wiederum unterteilt werden können. Der Neubau wurde nach den neuesten energetischen Standards ausgestattet. Die Hallenteile müssen nicht beheizt werden, sind aber mit einer Heiztechnik ausgestattet, die eine Beheizung ohne Zusatztechnik ermöglicht. Das Gebäude wird mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Die Verpachtung der Fläche für die PV-Anlage ist in Vorbereitung. In einen Teil der Halle wird die bisher im ehemaligen Impfzentrum untergebrachte Notunterkunft für Ukraine-Vertriebene umziehen. Unterbringungs- und Versorgungsmöglichkeiten für zunächst 100 Personen werden bereit gehalten.

Im Bürotrakt erhalten der Katastrophenschutzstab der Kreisverwaltung mit seinen Fachberatern sowie die Technische Einsatzleitung und die Fernmeldezentrale voll eingerichtete und ständig einsatzbereite Räume, die auch für Schulungen und Übungen genutzt werden können. Ebenfalls geplant ist die Schaffung von Redundanz-Arbeitsplätzen für die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle. Die technische Ausstattung wird in den kommenden Monaten beschafft. Zusätzlich wurden mehrere Büroräume und ein Aufenthalts- und Besprechungsbereich im Erdgeschoss geschaffen. Die Außenflächen können mit Lkw befahren werden und sind zum Abstellen von Material und für Übungen geeignet.

Etliches Equipment für den Katastrophenschutz soll in dem Gebäude untergebracht werden: Bereits 2020 wurde der Landkreis Stade vom Land verpflichtet, eine Notfallstation für eine vorübergehende Betreuung von bis zu 1000 Personen zu unterhalten. Hierfür wurden unter anderem Messgeräte, Einsatzkleidung und andere Ausstattung vom Land zur Verfügung gestellt. Dieses Material muss trocken und frostfrei gelagert werden. Zusätzlicher Platzbedarf besteht, um den neuen „Fachzug Elektro“ der Kreisfeuerwehr zu beherbergen und auf eine Energiemangellage vorbereitet zu sein. sollen Zelte, Betten, Dusch- und WC-Container für 500 Personen in der Halle gelagert werden. Dieses Material dient, ergänzt um diverse Notstromaggregate, Kraftstoffkanister und zwei mobile Tanklager dem Bevölkerungs- und Zivilschutz als Basis für Evakuierungen. Außerdem kann die neue Halle als Notunterkunft im Rahmen eines Betreuungsplatzes für bis zu 500 Personen genutzt werden.

Bildzeile 1: Lindemann-Geschäftsführer Friedrich Witt übergibt den symbolischen Schlüssel an Landrat Kai Seefried. Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke

Bildzeile 2: Symbolische Schlüsselübergabe mit den Teams von Lindemann und Landkreis in einem der neuen Hallenteile. Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke

Bildzeile 3: Die Leiterin des Amtes Gebäudewirtschaft beim Landkreis Stade, Petra Schlichting, führt Landrat Kai Seefried durch den Neubau. Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke

Bildzeile 4: Blick in einen Teil der neuen Halle, in der in den nächsten Tagen Zelte und Betten zur Unterbringung aufgebaut werden. Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke

Bildzeile 5: Lindemann-Geschäftsführer Friedrich Witt bei der Führung durch den Neubau im Gespräch mit Landrat Kai Seefried. Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke

Bildzeile 6: Die Planungen für den Umzug der Notunterkunft haben bereits begonnen: Frank Burfeindt (links, DRK) im Gespräch mit Ralf Gronau (Landkreis). Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke

Bildzeile 7: Landrat Kai Seefried und Erster Kreisrat Thorsten Heinze nehmen den Neubau für den Katastrophenschutz in Augenschein. Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke

Bildzeile 8: Blick auf den Neubau am Julius-Leber-Weg. Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke

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