Insektenforscher an der Entdeckung einer bislang unbekannten, längst ausgestorbenen Wespengattung beteiligt

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Zeitkapsel Bernstein

Insektenforscher des Übersee-Museums an der Entdeckung einer bislang unbekannten, längst ausgestorbenen Wespengattung beteiligt

Bremen, 2. Mai 2024 –Zusammen mit seinen französischen Kollegen hat Dr. Volker Lohrmann, Insektenforscher am Übersee-Museum Bremen, erneut eine bislang unbekannte Wespenart entdeckt. Die neue Art, die den wissenschaftlichen Namen Hukawngepyris setosus trägt, wurde in einem 100 Millionen Jahre altem Bernstein aus Myanmar gefunden.

Während seiner letzten beiden Forschungsaufenthalte in Frankreich hat Dr. Volker Lohrmann, Wespenspezialist und Kurator der Insektensammlung am Übersee-Museum Bremen, mit seinen französischen Kollegen Manuel Brazidec und Prof. Vincent Perrichot von der Universität Rennes eine längst ausgestorbene Wespenart in kreidezeitlichem Bernstein entdeckt. Die neue Art, die einer bislang ebenfalls unbekannten Gattung angehört, zählt zu den sogenannten Plattwespen, deren Larven sich von Schmetterlings- bzw. Käferlarven ernähren.

Auch wenn der Wissenschaft bereits über 100 ausgestorbene Arten von Plattwespen bekannt sind, so ist diese Art etwas ganz Besonderes, denn sie gehört einer Unterfamilie von Plattwespen an, deren jüngstes Fossil aus dem Eozän stammt und somit ca. 53 Millionen Jahre alt ist. Das neue ca. 100 Millionen Jahre alte Fossil ist somit fast doppelt so alt, wie der bislang älteste bekannte Vertreter der Gruppe. „Es ist ein langes gesuchtes Puzzleteil, das uns hilft, die Stammesgeschichte dieser heute nahezu weltweit verbreiteten Wespengruppe zu verstehen“, so Lohrmann. Der Name der neuen Gattung, Hukawngepyris setosus, ist einerseits eine Referenz an das Hukawng Valley im Norden Myanmars, wo der Bernstein gefunden wurde, und andererseits an die noch heute vorkommende Plattwespengattung Epyris.

Foto 1: Das einzig bekannte Exemplar von Hukawngepyris setosus Brazidec et al. in 100 Millionen Jahre altem Bernstein, Foto: Brazidec et al. 2024, Insects, 15, 318, CC BY 4.0.

Foto 2: Dr. Volker Lohrmann, aufgenommen 2022 während seines Forschungsaufenthalts in Rennes, Foto: Virginie Vergnaud.

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